Leistungen
 

Inkontinenz

Belastungs- und Stressharninkontinenz

 


Bei passiver Druckerhöhung in der Blase wie z. B. durch Husten, Niesen, Lachen oder Bauchpressen, beim Heben schwerer Lasten oder beim Sport kommt es zum unwillkürlichem Urinaustritt aus der Harnröhre. Ein Harndrang tritt für gewöhnlich nicht auf. Meistens ist die Urinmenge gering. Im Laufe der Zeit kommt es bei Absenkung des Beckenbodens z. B. nach mehreren Geburten dann im Alter zu einem höheren Urinverlust, der das Tragen von Vorlagen notwendig macht.

 

Bei den Patientinnen entsteht dadurch zum Teil ein enormer Leidensdruck. Dieser kann sich bis zu Depressionen bzw. sozialer Isolation steigern. Die Stressharninkontinenz ist ab dem 60. Lebensjahr sehr verbreitet und sollte nicht einfach hingenommen werden, da es viele therapeutische Möglichkeiten zur Behebung der Stressharninkontinenz gibt. Wenn aber Beckenbodengymnastik, Pessare, Elektrotherapie oder Biofeedbacktherapie versagen und auch eine Östrogenisierung der vaginalen Schleimhaut keinen Erfolg zeigt und damit der Blasenauslass nicht stabilisiert werden kann, bleibt als letzte Möglichkeit nur eine sanfte Hebung des Beckenbodens durch eine Operation.

 

Nach genauer Indikationsstellung, die u. a. ein Ausschluss einer nennenswerten Dranginkontinenz beinhaltet, wird die Patientin dann auf die Operation vorbereitet. Zur Verfügung steht heute eine sanfte Operationsform, die als minimalinvasiv (wenig eingreifend) anzusehen ist. Durch Einlage eines sog. TVT-Bandes in Obturatoriustechnik erfolgt die sanfte und schonende Anhebung des Blasenbodens. TVT bedeutet Tension free vaginal tape. Hierbei handelt es sich um ein Goretexband von ca. 1 cm Breite, das über zwei kleine Schnitte im Bereich der Beinbeuge und im Bereich der Harnröhre am Beckenboden platziert wird und hier einwächst.

 

Der operative Eingriff an sich dauert ca. 20 Minuten, bedarf einer Vollnarkose und eines kurzen stationären Aufenthaltes von ca. 2 Tagen. Nach dieser Zeit wird die Patientin dann meist beschwerdefrei und vollkommen trocken entlassen. Die postoperative erzielte Kontinenz (Fähigkeit, den Urin zu halten) ist allerdings abhängig vom Grad der Beckenbodenschlaffheit, vom Übergewicht der Patientin und auch vom Gewebezustand des Beckenbodens und natürlich auch von der praeoperativen Schwere der Harninkontinenz. Dennoch sind die Erfolge hervorragend und die Patientinnen für gewöhnlich glücklich nach Durchführung der Operation. Die Langzeitergebnisse sind hervorragend.

 

Während eine Harninkontinenz in Asien bei bis zu 70% der älteren Frauen besteht und als „ Gott gewollt“ hingenommen wird, ist sie in Mitteleuropa zwar immer noch ein Tabuthema, aber im Alter nicht mehr selbstverständlich.

 

Angesichts der zur Verfügung stehenden guten therapeutischen Maßnahmen sollte man deshalb  mit diesem Eingriff nicht zu lange warten.

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