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Vorhautverengung (Phimose)

Die Phimose oder Vorhautverengung ist eine Verengung der Öffnung der Vorhaut des Penis. Dadurch lässt sich die Vorhaut nicht oder nur mit Schmerzen hinter die Eichel zurückziehen.Die Phimose ist zumeist angeboren, sie kann aber auch im späteren Alter durch nachlassen der Hautelastizität oder durch Narben von Verletzungen oder Entzündungen auftreten. Meist ist eine Phimose im Sinne einer Vorhautverklebung im Kindesalter problemlos  und löst sich bis zur Pubertät selbst.

 

Es kann jedoch zu Hygieneprobleme kommen durch eine Ansammlung von sog. Smegma (Eiweißpartikeln) unter der Vorhaut mit resultierenden Entzündungen der Eichel. Eine besonders ausgeprägte Phimose kann die Harnentleerung erschweren, wobei sich die Vorhaut beim Wasserlassen ballonartig aufbläht. Als Folge dessen kann eszu wiederkehrenden Harnwegsinfekten im Kindesalter kommen.

 

Mit zunehmender Adoleszenz d. h. mit dem Älterwerden des Jungen kann die Phimose zu Erektionsstörungen führen. Problematisch wird die Phimose beim pubertierenden Jungen, da die Zuwendung aufgrund gesteigerten Schamgefühls dann nicht mehr möglich ist und der Jungendliche praktisch mit seinem Problem alleine bleibt.

Behandlung
Zur Behandlung der Phimose stehen nach heutigem medizinischem Stand mehrere Möglichkeiten offen, deren Auswahl auch von Art und Ausprägung der Phimose abhängig ist. Alle Operationsverfahren  haben Vor- und Nachteile, die mit den Patienten bzw. mit den Eltern ausführlich erläutert werden.  Alle Konsequenzen (sowohl direkte medizinische Folgen, als auch mögliche spätere physiologische Folgen) werden in ihren Auswirkungen umfangreich besprochen .  Eine klare medizinische Indikation besteht bei immer wiederkehrenden Harnwergsinfekten und lokalen Entzündungen der Vorhaut, Blasenentleerungsproblemen des kleinen Jungen sowie Schmerzen beim Wasserlassen.

Operative Behandlung
Eine operative Behandlung beseitigt eine Phimose mit hoher Erfolgsrate umgehend. Der ideale Zeitpunkt einer Operation beim Kind ist natürlich individuell verschieden. Soweit keine Komplikationen z.B. keine wiederholten Harnwegsinfektionen vorliegen , sollte zunächst eine abwartende Haltung eingenommen werden. Aktuell empfehlen viele Mediziner eine Operation erst zwischen dem 5. und dem 10. Lebensjahr, da viele Phimosen bis dahin sich noch weiten bzw. das Ziehen an der Vorhaut seitens des Jungens selbst behoben wird. Andererseits kann auch eine frühe Circumcision d. h. Beschneidung Vorteile haben, wenn z. B. schmerzhafte Manipulationsverfahren und traumatische Operationserinnerungen vermieden werden können. Die nicht-operative Behandlung beinhaltet die Dehnung der Vorhaut und das Lösen der Verklebung durch Salbenpräparate, die cortisonhaltig sind. Diese Maßnahme muss über einen längeren Zeitraum durchgeführt werden und ist häufig nicht ganz schmerzfrei. Die Erfolgsrate liegt hier bei 50%-75% nach den aktuellen Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Urologie. Bei mangelndem Erfolg kann weiterhin eine operative Korrektur durchgeführt werden. Nicht zu verwechseln ist eine Phimose mit der natürlich vorhandenen Verklebung der Vorhaut mit der Eichel bei Neugeborenen und Kleinkindern. Der Übergang allerdings ist fließend . Nach manueller Lösung der Verklebung kann es weiterhin zu einer Phimosenbildung kommen, so dass eine Operation dann weiterhin möglicherweise notwendig ist. Beim 6  Monate alten Kind ist bis zu 20% die Vorhaut komplett zurückziehbar, bei 1-jährigen bis zu 50%, bei 3-jährigen bis zu 90% der Fall. Zum Zeitpunkt der Pubertät hat sich jedoch bei 1-3% der Jungen die Verklebung noch nicht gelöst. Versuche, diese Verklebung vorzeitig durch wiederholtes Zurückziehen der Vorhaut zu lösen, können Gefahren von Rhagaden (Einrissen) und Fissuren bergen und damit zu einer sekundären Phimose führen.

   

Abschließend bleibt festzustellen, dass eine operative Sanierung der Vorhautverengung unbedingt angezeigt ist : bei  wiederkehrenden Harnwegsinfekten,  einer deutlichen nicht überwindbaren Enge (und damit unmöglichem Zurückziehen der Vorhaut über die Eichel ), bei resultierender Blasenentleerungsstörung, bei resultierenden lokalen Infekten durch Eiweißklumpen (Smegma)unter der Vorhaut.  

Die Phimosenoperation sollte erst nach Behandlung der Entzündung (z.B. durch antibiotikahaltige Salben) durchgeführt werden. Das Kind sollte möglichst älter als 4 Jahre sein.

 

 

   

 

 

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